13. SpreewaldMarathon – Biosphärenreservatslauf Lübbenau am 18.04.2015

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Unter dem Motto “Auf die Gurke, fertig, los!” wird jährlich im Rahmen des Spreewaldmarathons von Freitag bis Sonntag ein ganzes Paket an sportlichen Veranstaltungen (Laufen, Wandern, Paddeln, Skaten, Radfahren) angeboten.

Nachdem Micha und ich in den vergangenen beiden Jahren jeweils den Halbmarathon in Burg am Sonntag gelaufen waren, wollten wir jetzt die andere Halbmarathonstrecke, den Biosphärenreservatslauf am Samstag, testen. Eigentlich ist diese Strecke, genau genommen, kein Halbmarathon, denn mit 22 km ist sie etwas länger als dieser.

Micha und Silvia waren bereits am Donnerstag angereist; Gudrun und ich konnten erst am Freitag kommen und hatten somit unseren geplanten Start bei der am Donnerstagabend stattfindenden „australischen Nachtwanderung“ leider verpasst 🙁 .

Am Freitag fuhren wir zunächst nach Lübbenau, weil wir uns dort die Startunterlagen abholen wollten. Gegen 16 Uhr hatten wir Lübbenau dann auch erreicht und wir trafen uns dort wie abgesprochen mit Silvia und Micha. Gemeinsam holten wir dann im Rathaus die Startunterlagen ab. Das ging recht zügig und so war noch genügend Zeit für einen Besuch in einem nahegelegenen Café.

Anschließend ging es weiter Burg, wo wir, wie bereits in den vergangenen Jahren, Quartier bezogen hatten.

Am Samstag wollten bzw. mussten wir etwas eher losfahren, da der Start in Lübbenau war und nicht in Burg. Sicherheitshalber planten wir daher für die Anreise etwas mehr Zeit ein, man weiß ja nie, und verabredeten uns daher mit Micha und Silvia um acht Uhr morgens. Wir hatten dann auch, als wir in Lübbenau ankamen, noch jede Menge Zeit bis zum Start. Ein Parkplatz in Lübbenau war schnell gefunden und bis zum Kirchplatz, wo sich Start und Ziel befanden, war es von nur ein kurzer Weg. So konnten wir uns noch den Kinderlauf ansehen. Bei unserem Eintreffen am Kirchplatz hörten wir eine sehr markante Stimme: ADI, vielen noch bekannt von „Mach mit, mach‘s nach, mach‘s besser“, hatte auch in diesem Jahr wieder die Moderation für den Spreewald-Marathon übernommen. ADI ist schon Kult.

Heute war das Wetter recht ungemütlich, kühl und windig. So zog ich mir lieber noch zusätzlich die Ärmlinge als Wärmeschutz über und behielt, ebenso wie Micha, noch bis kurz vor dem Start die wärmende Trainingsjacken an.

Und selbst hier in Lübbenau trafen wir bald auf bekannte Gesichter. Als Erstes liefen uns Gerlind und ihren Mann über den Weg, die sich nach dem Lauf noch eine Fahrradtour bis nach Neuenhagen (bei Berlin) vorgenommen hatten. Zwei Frauen in Spreewaldtrachten liefen uns über den Weg und sie ließen sich nicht lange bitten, sich mit uns fotografieren zu lassen. Dann sahen wir dann Gudruns Kollegen Lars, der diese Strecke bereits vom letzten Jahr kannte und so begeistert davon war, dass er zusammen mit einigen anderen Läufern auch Güstrow auch in diesem Jahr wieder dabei war. Auch Läufer aus Rostock, Greifswald und Neubrandenburg konnten wir entdecken und begrüßen.

Pünktlich um zehn Uhr wurden ca. 500 Starter auf die Strecke durch den Hochspreewald geschickt. Während wir nun in Richtung Lehde liefen, schlugen Silvia und Gudrun die entgegengesetzte Richtung ein und wanderten zur Spreewaldgaststätte “Wotschofska”. Knapp vier Kilometer waren es für die beiden dorthin, die Läufer würden an dieser Passage dann schon 18 km in den Beinen haben.

Micha hatte es vom Start an sehr eilig und entschwand schnell meinen Blicken. Ich dagegen lief gemeinsam mit Gerlind. Im letzten Jahr in Burg waren wir gemeinsam ins Ziel gelaufen. Ohne auf die Uhr zu schauen pegelte sich unser Schnitt auf den ersten Kilometern auf 5:20 min/km ein.

In Lehde hatten bei km 2 die erste Bank (Holzbrücke über die Fließe) erreicht. Hier hieß es zunächst treppauf und dann wieder treppab laufen. Nachdem wir das Museumsdorf passiert hatten, liefen wir durch den Hochspreewald entlang eines Fließes in Richtung Leipe. Nebenbei erzählte mir Gerlind von Ihrem Vorhaben, gemeinsam mit ihrem Mann nach dem Lauf noch ungefähr 100 km mit dem Rad zurückzulegen. Respekt!

Beim Plaudern war schnell das Örtchen Leipe erreicht und die ersten sechs Kilometer lagen schon hinter uns. Von Leipe aus waren wir im letzten Jahr gemeinsam mit Micha und Silvia diesen Weg ein Stück in umgekehrter Richtung gewandert und hatten dabei die ursprüngliche Natur rings um uns genossen.

In Leipe gab es einen Versorgungspunkt und ich gönnte mir hier einen ersten Becher Wasser. Jetzt wurde es dann doch etwas wärmer und ich nutze die kurze Pause, um mich meines Halstuches zu entledigen und es mir um den Arm zu wickeln.

Weiter ging es nun in Richtung Burg, vorbei an den für den Spreewald typischen, weit auseinandergezogenen Grundstücken und über etliche Fließe. Bei km 9 erreichten wir dann Burg-Kauper und etwas weiter den Hafen “Waldschlösschen”, von wo aus wir im vergangenen Jahr eine Kahnpartie durch den Hochspreewald gemacht hatten. Auch hier gab es wieder einen Versorgungspunkt mit Tee, Wasser und Obst 🙂 .

Über die Waldschlößchenstraße bei km 11 ging es nun wieder zurück in Richtung Lübbenau, wobei wir nun etwas nördlicher unweit des Gasthauses Pohlenzschenke vorbei an Wiesen und Wäldern liefen. Ab km 13 führte die Strecke über eine Plattenstraße. Während sich mein Tempo etwas verringerte machte Gerlind nun so etwas Ähnliches wie Kniehebeläufe und ein Sportfreund sagte dann verblüfft: “Die Frau hat Power!”

Zwischenzeitlich überholten wir jetzt jede Menge Walker, die sich bereits zwei Stunden vor uns auf den Weg gemacht hatten. Gerlind lief nun in Sichtweite vor mir, denn bei km 15 hatte ich irgendwie einen Hänger und mein Pace verlangsamte sich kurzzeitig auf einen 6-er Schnitt. Allerdings lief es dann die folgenden Kilometer wieder etwas besser 🙂 .

Ziemlich exakt bei km 18 erreichten wir die Gaststätte “Wotschofska”. Mal sehen, ob ich hier Gudrun und Silvia sehen würde.

Silvia, mit der Videokamera in der Hand, begrüßte mich auch gleich und feuert mich an. Auf der auf der anderen Seite der „Wotschofska“ wartete dann Gudrun schon auf mich. Hier gab es auch wieder einen Versorgungspunkt mit Tee, Wasser, Obst, Kuchen, Gurken und Räucherwürsten.

Gudrun fotografierte uns nun direkt am Versorgungspunkt und fragte mich, ob ich auch schon in einen Hagelschauer geraten wäre. Hagel? Nee, hatte ich nicht. Bei km 19, wo es über die Bänke bei Lehde ging, zeigte der April dann doch, dass er seinem Namen alle Ehre machen wollte. Erst fing es an zu regnen und dann kam tatsächlich noch Hagel von oben herunter.

Nun hieß es bei den Holztreppen der Bänke: doppelt aufpassen und nicht ausrutschen!

Das Ziel war jetzt nicht mehr weit und nach einer letzten Bank, kurz hinter km 20, näherten wir uns über den Wotschofskaweg und der Spreestraße dem Ziel in Lübbenau. Musik und Trubel waren bereits von weitem zu hören.

Kurz vor dem Ziel entdeckte ich wieder Gerlind, die gute 100 Meter vor mir lief.

Nach 1:57:59 h hatte ich die Ziellinie überquert. Im Ziel beglückwünschte ich gleich Gerlind und wir stärkten uns an den Versorgungsständen. Micha stieß dann, bereits mit seiner Urkunde in der Hand, zu uns.

Er war bereits gute 10 Minuten vor uns im Ziel und hatte mit einer Zeit von 1:47:27 h den ersten Platz seiner AK belegt.

Nachdem sich der erste Trubel gelegt hatte, merkten wir doch, dass es hier auf dem Marktplatz recht frisch war. Micha meinte, wir könnten ja zum Auto gehen und unsere Sachen holen. Hätten wir theoretisch ja auch machen können, wenn ich nicht den Fehler gemacht hätte, vor dem Start Gudrun nicht nur meine Jacke, sondern auch gleichzeitig den Autoschlüssel zu übergeben. Dabei hatte ich nicht bedacht, dass Gudrun nicht im Ziel sondern bei der „Wotschofska“, also ein paar Kilometer davor, fotografiert hatte.

So mussten Micha und ich also abwarten, bis Gudrun und Silvia wieder in Lübbenau waren. C’est la vie, Pech gehabt!

Wir hielten uns in der Zwischenzeit im Rathaus auf, wo es etwas wärmer war und zumindest kein Wind wehte. Gerlind und Gerd verabschiedeten sich von uns, denn sie hatten noch viele Kilometer mit dem Rad nach Berlin vor sich. Gerd hatte unterwegs Gudrun und Silvia getroffen und konnte uns daher berichten, dass die beiden sich bereits auf dem Weg nach Lübbenau zurück befinden würden.

Nachdem sich das Rathaus langsam leerte und Micha und ich schon die Befürchtung hatten, dass bald alles geschlossen wird, kamen endlich auch Gudrun und Silvia und wir brachen danach auch gleich in Richtung Burg auf.

Auf dem Weg nach Burg über Raddusch kamen uns auf der schmalen Straße hunderte Radfahrer entgegen, die auf den verschiedenen Kursen der Radtour durch den Spreewald unterwegs waren. Zwischen Raddusch und Burg führten gleich vier (!) verschiedene Wettkämpfe der Radler entlang. Es war kaum noch Wandertempo, was wir mit dem Auto fahren konnten. Somit hatten wir dann ausgiebig Gelegenheit, die unterschiedlichen Fahrstile der Radler zu studieren 🙂 .

Am Sonntag, dem Tag des Marathons in Burg, herrschte dann wieder eitel Sonnenschein. Gemeinsam mit Micha und Silvia holten wir nun die verpasste “Australisch Nachtwanderung”, die in Goyatz begann, nach. Unsere Urkunden und Gurken hatten wir zwar schon vorab von Silvia und Micha bekommen, doch so etwas will redlich verdient sein 😉 .

Dem schönen Wochenende im Spreewald folgte eine Stippvisite in Dresden, denn Micha und Silvia kannten Dresden überhaupt noch nicht und Gudrun, die in Dresden studiert hatte, war dann auch gleich unsere persönliche Fremdenführerin für Dresden und die Sächsische Schweiz 🙂 .

Kategorie: Allgemein

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