25. Tollenseseelauf in Neubrandenburg am 13.06.2015

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Letztens fragte Hans-Werner über Facebook an, ob ich mit ihm gemeinsam den Halbmarathon von Hohenzieritz entlang des Tollensesees nach Neubrandenburg laufen wolle. Etwas überrascht war ich doch, da HaWe allgemein viel schneller als ich bei den Wettkämpfen unterwegs ist. Er meinte es jedoch total ernst. Nach einer heftigen Erkältung war er erst kürzlich wieder ins Lauftraining eingestiegen. Dafür hatte ich nach dem Inselseelauf vor zwei Wochen mit einer Achillessehnenreizung zu kämpfen. Wahrscheinlich hatte ich mir diese durch die spezielle Wettkampfschnürung, die ich letztens erfolgreich bei den beiden 10 km Cityläufen in Greifswald und Rostock ausprobierte, eingehandelt. Tja, so hat eben jeder Läufer so seine Leiden und Zipperleins…

Für uns beide sollte also der Spaß am Laufen auf dieser schönen Naturstrecke im Vordergrund stehen. Der gemeinsame Lauf war abgemacht. Roland, der ursprünglich nur die 10 km von Klein Nemerow nach Neubrandenburg laufen wollte, entschied sich kurzfristig ebenfalls für den Halbmarathon und da er auch nur locker laufen wollte, waren wir jetzt zu dritt.

Roland musste sich bis 9:30 Uhr vor Ort in Neubrandenburg noch nachmelden, 9:45 Uhr fuhr der Shuttle-Bus von Neubrandenburg zum Start nach Hohenzieritz los. Aber vorher mussten wir noch Gudrun in Hohenzieritz absetzen. Also machten wir uns schon kurz nach sieben Uhr machten von zu Hause aus los. Der Zeitplan war recht knapp bemessen.

Zunächst setzten wir also Punkt neun Uhr Gudrun in Hohenzieritz ab. Roland und ich fuhren dann weiter zum Kulturpark in Neubrandenburg. Rolands Nachmeldung und die Abholung der Startunterlagen war binnen weniger Minuten erledigt. Am Shuttle-Bus trafen wir, wie konnte es auch anders sein, zahlreiche Freunde vom SC Laage. Thomas und Jörg vom Team Boddentherme schauten ebenfalls kurz bei uns vorbei. Beide hatten sich den Marathon vorgenommen. Bei der Strecke, der Lauf trägt nicht von ungefähr den Namen „der Härteste im Norden“, und den angekündigten hochsommerlichen Temperaturen stand ihnen sicherlich heute ein ganz, ganz hartes Rennen bevor. So wünschten wir beiden noch viel Erfolg und vor allem ein gutes Durchkommen.

Die vier Shuttlebusse trafen ein und waren ruckzuck bis auf den letzten Platz gefüllt. Carsten und Jan vom Team City-Sport Rostock mussten sich mit einen Stehplatz begnügen und setzten sich während der Fahrt auf den Fußboden des Busses. Nach zwanzigminütiger Busfahrt erreichten wir Hohenzieritz und begaben uns zum Sammelpunkt vor dem Schloss. Heute meinte der Wettergott es wirklich gut mit uns, denn die Temperaturen kletterten jetzt, kurz nach zehn Uhr, schon in Richtung 30-Grad-Marke. Die Wetterfrösche hatten also nicht gelogen… Glücklicherweise hatte ich noch Sonnencreme im Gepäck. Diese war heute wirklich unbedingt notwendig, wenn man nach dem Lauf nicht wie ein Krebs aussehen wollte.

Auf dem Weg zum Schloss trafen wir auch unseren Freund Maik von den Socken-Wellen wieder. Er war gemeinsam mit einer ganzen Truppe von der LG Roland Haldensleben zum Tollenseseelauf angereist. Und es dauerte nicht lange, da kam Hans-Werner auf uns zu und wir begrüßten uns herzlich. Auch er bekräftigte noch einmal, dass heute der Spaß absolut im Vordergrund stehen sollte. Trotzdem stellten wir uns doch kleinere Ziele: gut und gemeinsam ankommen, eventuell eine Zeit um die zwei Stunden. Wir würden ja sehen, was daraus wird…

Nach und nach sammelte sich alle auf der großen Freitreppe vor dem Schloss zum obligatorischen “Familienbild” der Halbmarathonis. Nach dem Fotoshooting ging es gleich in Richtung Start vor dem Schlosspark.

Ich neige ja bekanntlich immer dazu, beim Bergablauf den Schwung mitzunehmen. Nun wurde ich jedoch von HaWe und Roland schon vor dem Start darauf hingewiesen, dies nicht zu machen, da beim Bergablaufen die Sehnen und Muskeln ohnehin schon strapaziert werden und sich diese Taktik auf der Strecke später rächen würde.

Punkt 11:00 Uhr ertönte, nach dem sich fast alle Läufer die Ohren zuhielten, der obligatorische Kanonenböller. Das war das Startsignal. Insgesamt gingen heute zum 25. Jubiläum 310 Lauffreunde an den Start des Halbmarathons.

Nach der Ehrenrunde durch den Schlosspark ging es den Berg hinunter in Richtung der Lieps, einem See südlich des Tollensesees. HaWe und Roland übernahmen nun die Tempokontrolle, d.h. sie bremsten mich, wo es bergab ging, erst einmal ständig aus.

25. Tollenseseelauf Neubrandenburg am 13.06.2015

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Bei km 3 kam der erste Versorgungspunkt in Sicht. Es bei der drückenden Hitze wirklich wichtig, alle Versorgungsstände mitzunehmen. Nach einem ersten Anstieg erreichten wir Prillwitz bei km 4. Bis km 5 waren wir noch immer etwas zu schnell unterwegs als der von uns angestrebte 5:40-er Schnitt.

Ich dachte insgeheim nur: „Der nächste Hügel kommt bestimmt.“ Immerhin bin ich auf dieser Strecke schon zum fünften Mal unterwegs und weiß daher also ganz genau, dass der nächste Hügel auch wirklich kommt. 2013 habe ich hier sogar die Marathonstrecke absolviert, war damals knapp unter fünf Stunden und vollkommen erschöpft im Ziel angekommen. In dem Moment der Zielüberquerung dachte ich: „Einmal und nie wieder!“ Mittlerweile war ich aber schon des Öfteren beim Überlegen, noch einmal den Marathon um den Tollensesee zu machen. Dann muss ich mich dann aber besser vorbereiten als momentan.

Heute war ich bei dieser Hitze jedoch einfach nur froh, dass ich mich für die halbe Distanz entschieden hatte. Der Abschnitt von Prillwitz nach Wustrow war mit zahlreichen Anstiegen, die richtig Kraft kosten, gespickt. 2013 war es zwar auch warm, aber es war kein Vergleich zur heutigen Schwüle.

Jedenfalls hatten wir heute einen herrlichen Blick auf die Lieps und den Tollensesee 🙂 .

Beim Plaudern und Fachsimpeln erreichten wir bei km 8 den nächsten Versorgungspunkt in Höhe Wustrow. Gudrun hatte sich heute voll auf unser Trio konzentriert und überholte uns nach jedem Fotoshooting mit dem Rad, um uns beim nächsten Verpflegungspunkt wieder mit der Kamera ins Visier zu nehmen. Bei den Temperaturen ebenfalls eine starke sportliche Leistung.

Es wechselten sich immer wieder Felder und bewaldete Abschnitte sowie Täler und Hügel einander ab. Dazu gab es immer wieder schöne Blicke auf den Tollensesee.

Kurz vor der Halbzeitmarke in Alt Rehse erwartete uns bei km 10 der heftigste Anstieg des gesamten Laufes. Ehrlich gesagt, sind wir drei hier gegangen und erst hinter dem Ortseingangsschild wieder in unseren Laufschritt gefallen. Aber wir waren nicht die Einzigen, die hier Kraft gespart haben. So wie uns ging es heute vielen Läufern.

Die Halbzeitmarke in Alt Rehse war gleichzeitig Wechselstelle für die Staffelläufer. Dementsprechend herrschte dort so einiger Trubel. Den Versorgungspunkt nutzten wir natürlich wieder ausgiebig zum Trinken von Cola und Wasser. Bevor wir weiterliefen machte Gudrun noch ein Foto von uns dreien.

Allerdings machten sich nun, befördert auch durch die drückende Hitze, bei mir die ersten Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Roland und HaWe schauten sich immer wieder nach mir um, ob ich den Anschluss halte. Jetzt lag zum Glück der weitaus hügeligste Abschnitt hinter uns und bis kurz vor den Toren von Neubrandenburg sollte es fast nur noch durch Waldgebiete gehen, d.h. endlich konnten wir im kühleren Schatten laufen!

Allerdings wurden nun meine Beine auch immer schwerer und auch die Achillessehne meldete sich wieder. Den nächsten Verpflegungspunkt bei km 15 am Zeltplatz “Gatsch Eck” sehnten wir alle drei sehnsüchtig herbei. Von Weitem hörten wir schon den Ansager, der alle ankommenden Läufer begrüßte. Roland und HaWe eilten einige Meter voraus als der Verpflegungspunkt in Sicht kam. Ich dagegen war nun schon bei km 15 ziemlich platt und kam erst etliche Meter hinter den beiden am Versorgungspunkt an.

Hier holte uns nun auch ein anderer Bekannter ein, den wir schon lange nicht mehr gesehen hatten. Es war Tom von Hupsis Lauftreff aus Berlin. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wen man hier so alles trifft! Gudrun machte von uns noch ein gemeinsames Foto und weiter ging es dann immer geradeaus durch den Wald.

Diese gerade Strecke durch den Wald ging nun doch noch wieder etwas besser als gedacht. Doch dann kamen die Hügel zwischen km 18 und 19 und hier ging dann für mich gar nichts mehr. So wanderten wir den langgezogenen Anstieg hinauf. Nur kurz vor Gudruns Kamera fingen wir wieder mit dem Laufen an, extra fürs Foto 😉 . Wie würde das sonst denn aussehen! Gudrun erzählte uns später, dass an dieser Stelle sehr viele Läufer gegangen waren. Es wäre also wirklich keine Schande gewesen.

Bei km 19 kam noch ein letzter Versorgungspunkt, den wir wiederum dankbar in Anspruch nahmen. Jetzt mussten wir nur noch die zwei flachen Kilometer durch den Kulturpark und den Anstieg über die Oberbachbrücke absolvieren.

Allerdings zogen sich bei der Hitze auch diese flachen letzten Kilometer noch richtig hin. Gemeinsam kamen wir nach 2:10:13 h ins Ziel. Nicht nur unsere Zeit war gleich, sondern auch unser AK-Platzierung! Jeder von uns belegte in seiner Altersklasse 14. Platz! Irgendwie ist das schon witzig und ein recht kurioser Zufall.

Nach ausgiebiger Flüssigkeitsaufnahme von Wasser, Tee und Cola sowie einigen Bananenstückchen ging es nun langsam wieder aufwärts. Zunächst holten wir uns erst einmal unsere Urkunden ab und danach ging es unter die Dusche. Das tat nach diesen Strapazen richtig gut!

Nach der Erfrischung hielten wir uns noch ein Weilchen im Zielgebiet auf und beobachteten die Läufer bei ihrem Zieleinlauf. Es kamen zwar auch noch Halbmarathonis an, überwiegend waren es mittlerweile die Marathonis. Bei der Hitze kann man nur den Hut vor deren Leistung ziehen! Auch HaWe trafen wir nun wieder, plauschten noch ein Weilchen und ließen ein gemeinsames Foto vor dem Zieltor als Erinnerung machen.

Anschließend schauten wir uns noch die Siegerehrungen an und aßen eine Kleinigkeit, denn der Magen knurrte nicht nur bei mir!

Das 25. Jubiläum bei der Hitze ist dem SV Turbine Neubrandenburg und den zahlreichen Helfern voll gelungen! Es war ein unvergessliches Erlebnis bei der Sommerhitze in Neubrandenburg gemeinsam mit Roland und HaWe zu laufen. Danke dafür!

 

Kategorie: Allgemein

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